07.03.2016

In einigen Revieren großer Rotwildbestand / Thema Wolf auch bei Kreishegeschau

Streckenbericht 2015

Er steht unter Schutz und unterliegt nicht dem Jagdrecht, dennoch hat der Wolf am Wochenende auf der Kreishegeschau in Bergen große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zu Beginn der Kreishegeschau bedauerte Landrat Klaus Wiswe, dass in Niedersachsen noch immer kein umfassendes Wolfskonzept vorliege. Er plädierte dafür, die Rechtslage zu ändern, um die aktuelle Lage entschärfen zu können. Alle Politiker, die sich zu Wort meldeten, sowie Kreisjägermeister Hans Knoop sprachen sich für eine Begrenzung der Population aus.

Der Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU) forderte, dass das Thema „Wolf“ ideologiefrei und praxisnah angegangen werden müsse. Kirsten Lühmann, Bundestagsabgeordnete der SPD, wurde sehr deutlich: „Gefährliche Wölfe müssen geschossen werden.“ Dies sei auch mit dem derzeit geltenden Recht möglich, sagte Lühmann. Bergens Bürgermeister Rainer Prokop (CDU) beklagte, dass viele Menschen in den Dörfern Angst hätten, weil rund um Bergen Wölfe seien. „Ich erwarte Maßnahmen, damit die Menschen sich draußen wieder sicher fühlen“, sagte Prokop.

Für Kreisjägermeister Hans Knoop steht derweil fest, dass die Population im Landkreis Celle „schon bald nicht mehr tragbar ist“. Den Jägern legte er nahe, sämtliche Wolfsvorkommnisse zu melden. In seiner Bilanz für das vergangene Jagdjahr hob Knoop hervor, dass im Landkreis Celle Rothirsche leben, die auch in einem internationalen Vergleich zur Spitzenklasse zählen. Für zwei Trophäen gab es daher Goldmedaillen, vier wurden mit Silber bewertet und für 18 weitere reichte es zur Bronzemedaille. Knoop und auch Landrat Wiswe rügten, dass in einigen Revieren der Rotwildbestand noch immer zu groß sei – mit der Folge, dass die Schäden für die Forstwirtschaft in Teilen des Kreisgebietes untragbar seien. Zufrieden merkte Knoop an, dass die Einführung des „körperlichen Nachweises“ für erlegtes Rotwild auf freiwilliger Basis zu guten Ergebnissen geführt habe und mehr weibliche Stücke geschossen worden seien. Dieser Weg dürfe nicht verlassen werden. Zudem sei es geboten, Hirsche der Klasse II zu schonen und sie mindestens elf Jahre alt werden zu lassen.

Marderhunde, Nutrias und Waschbären erobern immer mehr Lebensräume in der Südheide. Hier müsse eingegriffen werden, sagte Knoop. Die Nutrias richteten große Schäden an Gewässern wie der Lachte, Aschau und Fuhse an. Zudem zerstörten die drei zugewanderten Arten viele Kinderstuben der Bodenbrüter. „Wer die Erlaubnis hat, mit der Falle zu jagen, muss hier tätig werden“, mahnte Knoop. In der Mitgliederversammlung der Jägerschaft Celle, die auf die Hegeschau folgte, referierte Peter Burkhardt aus dem Wendland, wie es gelingen kann, die Rotwildbejagung zu optimieren und das Wild zugleich wieder tagaktiv werden zu lassen. Sein Erfolgsrezept lautet: Ruhezonen einrichten und die Bejagung in Intervallen sowie mit großen Drückjagden vornehmen.  - von Klaus von der Brelie