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Goldschakal stirbt bei Verkehrsunfall in Winsen (Aller)

|   Jägerschaft

Was für den Laien wie ein Wolf aussah ist ein Goldschakal. Auch die Polizei ging am 05.07.21 davon aus, dass es sich um einen Jungwolf handeln könnte, der im OT Meißendorf angefahren und getötet wurde. Aufgrund der Annahme eines getöteten Jungwolfes wurde Wolfsberater Volkhard Pohlmann verständigt und am Unfallort erkannte der Wolfsberater ein ihm bekanntes Tier

Der Goldschakal war im Frühjahr mehrfach auf Wildkameras festgehalten worden. Pohlmann wurde seinerzeit gebeten, Nachweise von einem vermeintlichen Wolf, der sich als Goldschakal herausstellte, zu liefern.

Seit mehreren Jahren breitet sich der ursprünglich aus Südosteuropa und Asien stammende Goldschakal (Canis aureus) nach Norden aus. Im Jahr 2015 hat es den ersten Nachweis dieses Neuankömmlings in Niedersachsen gegeben.

„Im Jahr 2020 konnte bei Hannover das erste weibliche Exemplar dieser Art in Deutschland nachgewiesen werden - inzwischen liegen mehre Nachweise für Niedersachsen vor. Der Mesoprädator, welcher sich größentechnisch zwischen Fuchs und Wolf einordnet, ist mittlerweile in vielen Regionen außerhalb seinen ursprünglichen Verbreitungsgebiets heimisch. Das Auftreten und Vorkommen von Goldschakalen bleibt oftmals unerkannt, einerseits werden sie gerne mit
Füchsen oder Wölfen verwechselt und andererseits fehlt vielerorts noch die öffentliche Wahrnehmung, dass zu jeder Zeit an jedem Ort mit dem Auftreten des Zuwanderers zu rechnen ist. Um das öffentliche Bewusstsein zu diesem Thema zu steigern, haben wir die Unterseite "Goldschakal" erstellt, hier kann die aktuelle Verteilung der bislang erfolgten Nachweise eingesehen werden schreibt die LJN auf seiner Internetseite. „Analog zum Wolf, will die Landesjägerschaft Niedersachsen die Entwicklung des Goldschakals möglichst realistisch nachvollziehen können. Diesbezüglich wird um eine Meldung von Hinweisen zu Goldschakalen über das Meldeformular des Wolfsmonitorings, bzw. die Smartphone-App Wolfsmeldungen Niedersachsen gebeten.

Dr. Egbert Strauß liess den Goldschakal für das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover für Forschungszwecke abholen. Das Tier wird in der nächsten Zeit nach einem Standardprogramm obduziert und bei besonderen Auffälligkeiten weiter untersucht. Wenn der Zustand des Kadavers es zulässt, soll er für die wissenschaftliche Ausbildung am ITAW / TiHo präpariert werden.

Text und Fotos: Anne Friesenborg

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