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Wolfskadaver im Landkreis Celle aufgefunden

|   Jägerschaft

Innerhalb der letzten drei Wochen wurde nunmehr der fünfte Wolf im Landkreis Celle in die

Totfundtabelle des Wolfsmonitorings der LJN (www.wolfsmonitoring.com) aufgenommen.

Laut Raoul Reding, Wolfsbeauftragter und zuständig für das Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft Niedersachsen, gab es damit allein für den Landkreis Celle im laufenden Jahr bereits acht Totfunde. Seit Wiederansiedlung des Wolfes im Landkreis in 2011 sind es insgesamt 17 Totfunde.

Hegeringleiter Jürgen Meier war auf seiner täglichen Revierrunde unterwegs als er den toten Wolf in einem Waldstück in Lachendorf entdeckte. „Das Tier muss da schon etwas länger gelegen haben, sicherlich schon über mehrere Tage. Ein Wunder, dass ihn noch kein Pilzsammler gefunden hat“ so Meier. Aufgrund von Sichtungen und Filmaufnahmen geht der Jäger von einer Rudelstärke von 8 Wölfen vor Ort aus.

Der hinzugerufene Wolfsberater Volkhard Pohlmann nahm noch vor Ort eine DNA-Probe für das Wolfsbüro. Über die Todesursache kann der Wolfsberater nicht viel sagen, geht aber auf den ersten Blick von einem natürlichen Tod aus.

Einen Tag später wurde ein toter Wolf, auf einem abgeernteten Maisfeld in Nindorf (Bergen) entdeckt. Der Verwesungsprozess hatte bereits eingesetzt. „Hier gehe ich aufgrund der Spuren wieder von einem Revierkampf aus. Bereits am 20.10.20 habe ich in der Nähe einen Welpen mit Kehlbiss eingesammelt. Zwei Löcher im Kehlbereich lassen auch bei diesem Tier auf einen Kehlbiss schliessen, die anderen Spuren könnten weitere Bissverletzungen sein. Im Umfeld der Fundstelle von ca. 30 Metern sind Haarbüschel verstreut und mehrere Trittsiegel zu erkennen, als wenn es einen Kampf gegeben hat, vielleicht sogar Revierstreitigkeiten“, lautet die erste Einschätzung des erfahrenen Wolfsberaters.

Beide Kadaver wurden von einem Mitarbeiter aus dem Wolfsbüro in Hannover in das Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Dort werden in der Pathologie weitere Untersuchungen durchgeführt, um Erkenntnisse hinsichtlich Todesursache, Alter, Gesundheitszustand etc. zu erlangen.

Heinrich Matthies, Erster Vorsitzende der Jägerschaft Celle, bewertet die neusten Funde kritisch: „Die erneuten Totfunde bzw. verunfallten Wölfe sind ein weiteres Indiz für den mittlerweile hohen Wolfsbestand im Landkreis Celle und die exponentielle Populationsentwicklung des Wolfes in Niedersachsen. Der kürzlich beschlossene Entschließungsantrag den Wolf in Niedersachsen ins Jagdrecht zu übernehmen, wird daran nichts ändern und den gebeutelten Nutztierhaltern nichts nützen, solange es kein rechtssicheres Bestandsmanagement auf der Grundlage eines meiner Meinung nach längst erreichten günstigen Erhaltungszustandes gibt.“

Text und Fotos: Anne Friesenborg
1. Foto: Wolfskadaver in Lachendorf am 10.11.20 (Foto von Volkhard Pohlmann)
2. Foto: Wolfskadaver in Nindorf am 11.11.210
3. Foto: Wolfsberater Volkhard Pohlmann gibt die Daten direkt in die App „Wolfsmeldungen
Niedersachsen“ ein.

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